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14. Dezember 2010

Anwesenheits­kontrolle, bitte bleib!

Anwesenheitskontrollen an der Humboldt Universität sind angeschafft - so schlicht ist es eigentlich seit einem Jahr. Wie beharrlich teilweise dennoch an Ihnen festgehalten wird, lässt sich am Beitrag eines Professors X im Fach Y sehen.

Dokumentation (anonymisiert):

[Beginn Zitat]

Liebe Studierende im [Modul Z],

in den Kolloquien meiner Mitarbeiter wird immer wieder Unmut geäußert über die Dokumentation der Anwesenheit durch Eintrag in Teilnehmerlisten. Hierzu möchte ich kurz Stellung nehmen und die Situation aus meiner Sicht schildern.

Im § 29 der gültigen ASSP wird von Studierenden eine regelmäßige Anwesenheit im Umfang von 75% der Veranstaltung gefordert. Gleichzeitig sollen keine Anwesenheitskontrollen stattfinden. Die Studienordnung sieht aber vor, dass der Modulverantwortliche bei der Zulassung zur Modulabschlussprüfung als ein Kriterium die aktive Teilnahme (75%-Regel) der Studierenden prüft und bescheinigt.

Dies ist eine sehr interessante und gleichzeitig schizophrene Situation. Wie kann ich ohne Dokumentation der Teilnahme die Anwesenheit bescheinigen?

Eine Möglichkeit, von der ich Gebrauch machen würde, ist, dass ich bei Antrag auf Zulassung zur Modulabschlussprüfung nur eine vorläufige Zulassung unter Vorbehalt des Nachweises einer regelmäßigen Teilnahme unterschreibe, da ich dieses Kriterium als eingehalten bescheinigen muss. Dann läge es bei Ihnen als Studierende, einen Nachweis Ihrer regelmäßigen Teilnahme zu erbringen.

Viel einfacher wäre natürlich die von uns praktizierte wöchentliche Dokumentation, die selbstverständlich freiwillig ist und deren Sinn wir zu Beginn der Veranstaltungen auch erläutert haben. Das Verfahren zur Dokumentation der Teilnahme hat nichts zu tun mit einer Disziplinierung von Studierenden. Dies liegt mir völlig fern. Es ist lediglich ein Hilfsmittel, um meiner Pflicht zur Prüfung der Teilnahme nachkommen zu können. Wenn dieses Vorgehen aus prinzipiellen Gründen nicht akzeptiert wird, würde ich bei dem Zulassungsverfahren wie beschrieben handeln und Sie zum Nachweis Ihrer regelmäßigen Teilnahme auffordern.

Überdies ist das von uns praktizierte Verfahren auch für die Studierenden selbst durchaus von Vorteil insofern, als wir auch nach Beginn des Semesters möglicherweise frei bleibende Plätze durch Nachrückverfahren besetzen können und auch Wechsel zwischen Veranstaltungen ermöglichen können. Davon haben nicht wenige profitiert. Ohne Teilnahmebelege ist diese Flexibilität nicht mehr möglich. Zudem möchte ich noch darauf hinweisen, dass die Dozenten nur Anträge auf Zulassung zur Modulabschlussprüfung von denjenigen Studierenden entgegennehmen, die in der jeweils offiziellen Liste der konkreten Lehrveranstaltung eingetragen sind.

Aus den genannten Gründen ist der Wegfall von Teilnahmebelegen bzw. Dokumentationen der Anwesenheit mit mehr Nach- als Vorteilen verbunden. Dennoch haben Sie selbstverständlich nach geltender ASSP das Recht, sich nicht in solche Listen einzutragen.

Ich würde mich aber freuen, wenn Sie meinen Argumenten folgen könnten und sich freiwillig an der Teilnahmedokumentation beteiligen, damit es bei der Prüfung und Bescheinigung regelmäßiger Anwesenheit angesichts der Zulassung zur Modulabschlussklausur nicht zu unnötigen Komplikationen kommt.

Mit freundlichem Gruß

[Professor(in) X]

[Ende Zitat]

Rubrik: studierbarkeit.de - Aktuelles, HU Berlin